Frisch gebloggt

Schön, schöner, am schönsten

Schön ist die Adventszeit. Schöner als die Adventszeit ist der Besuch sonntags bei den Schwiegereltern. Man erfährt so viel über Erziehung, vor allem wie sie richtig geht. Am Schönsten ist danach die Heimfahrt in der voll besetzten S-Bahn mit zwei kleinen Kindern ohne Mittagsschlaf.

sb, 12. Dezember 2011, 12:18 Uhr

Banker sind Arschlöcher machen auch bloß ihren Job

Erstaunlich, dass bei der Umfrage von Spiegel Online zur Occupy-Bewegung nur wenige von schlechten Erfahrungen mit Banken berichten (und dann oft unkonkret).

Als Jugendlicher habe ich von einer Tante in der Schweiz ein paar Tausend Franken geerbt. Wir haben sie beim Schweizerischen Bankverein in Basel auf ein Sparkonto eingezahlt und erstmal nicht angerührt; nach dem Willen meiner Tante sollte mir das Geld bei der Finanzierung des Studiums helfen. Kurze Zeit später zog ich zu Hause aus, und der Postbote schickte irrtümlich einen an mich adressierten Kontoauszug als unzustellbar an die Bank zurück. Das nahm der Schweizerische Bankverein zum Anlass, den Typ des Kontos auf “postlagernd” umzustellen und für die Aufbewahrung der Auszüge vierteljährlich astronomisch hohe Gebühren von meinem Konto abzubuchen. Als ich ein paar Jahre später das Geld abheben wollte, war es fast weg, und die Banker verschanzten sich hinter Kleingedrucktem in ihren AGB.

Und das ist nur eine schlechte Erfahrung, die ich mit Banken gemacht habe.

sb, 1. November 2011, 09:34 Uhr

Singende Frauen im Hausflur

Am letzten Freitag hatten die Nachbarn im zweiten Stock ein seltsames Erlebnis. Gegen drei Uhr morgens, so erzählte mir Dani am folgenden Tag, seien sie von lauten Geräuschen im Hausflur aufgewacht. Jose, ihr Mann, habe vor der Tür nach dem Rechten gesehen, aber zunächst nur zwei offenbar betrunkene Frauen gehört, die im Erdgeschoss irgendwelche Lieder sangen. Kurze Zeit später sei ich, mit einem Hamburger in der Hand, an ihm vorbeigelaufen. Danach hätte er sich wieder ins Bett begeben und ihr das Erlebte berichtet. Nachdem die beiden sich noch ein wenig über den Vorfall gewundert hätten, seien sie wieder eingeschlafen.

Tatsächlich bin ich in dieser Nacht an Jose vorbeigelaufen, der mein kurzes “Hallo” auch schlaftrunken erwiderte. In der Hand hatte ich aber keinen Hamburger, sondern die Geldbörse und den Mutterpass meiner schwangeren Frau, die mit der Hebamme schon zum Auto vorausgegangen war und unterwegs zweimal Wehen hatte. Um ein Uhr hatten sie eingesetzt, um zwei Uhr weckte sie mich, um viertel vor drei kam – nach dem dritten Anruf und nachdem sie vorher immer beschwichtigt hatte (“nimm doch noch ein Bad”) – endlich die Hebamme, kurz nach drei waren wir im Geburtshaus, und um vierzehn Minuten nach drei war unser zweiter Sohn geboren.

sb, , 09:22 Uhr

Hackerhumor

Manche Bilder hätte man dann doch besser nicht aufgehängt.

Constanze Kurz und Erich Honecker

sb, 9. Oktober 2011, 20:21 Uhr

Ein Investor begeht ein Haus

Seit ungefähr einem Jahr arbeite ich in dem Haus, das hier rechts auf dem Hintergrundbild zu sehen ist (was ich nicht ahnte, als ich das Bild lange vorher vom Schwedter Steg aus gemacht hatte.) Im nächsten März muss ich raus: das Haus wurde an einen Investor verkauft, der die Etagen komplett entkernen und als Loftwohnungen verkaufen will. Den Mietern, alle mit befristeten Verträgen, wurde gekündigt.

Allerdings laufen manche Verträge noch bis weit ins nächste Jahr hinein und jedenfalls über den geplanten Baubeginn hinaus. Das veranlasste den neuen Eigentümer zu einigen interessanten Ankündigungen, wie eine Kollegin berichtet.

“Sie müssen selbst wissen, ob sie bis zum Vertragsende hier bleiben wollen”, habe der Mann bei einer Besichtigung zu ihr gesagt. “Wir fangen im März auf jeden Fall an zu sanieren, da kann es im Sommer schon sehr heißt werden unter so einer Bauplane. Und ob das Internet immer funktioniert, wenn wir die Sachen hier rausreißen, kann man natürlich auch nicht garantieren. Abgesehen von dem Staub und dem Lärm.”

Da ballt man natürlich erst mal die Faust in der Tasche. Aber was könnte man tun? Vielleicht darauf spekulieren, dass die eigenen Unannehmlichkeiten geringer sein würden als die Kosten für einen Eigentümer, der um eine Wohnung herum sanieren muss (und darauf, dass auch der Eigentümer das weiß und sich den früheren Auszug bestenfalls etwas kosten lässt). Aber wenn es nicht aufgeht? Die Kollegin hat die ganze Etage gemietet und vermietet einzelne Arbeitsplätze unter, mit kurzen Laufzeiten. Wenn die Untermieter abspringen, kann sie die Miete nicht mehr aufbringen. Und sie betreibt einen Online-Shop, von dessen Umsätzen sie lebt.

Damit diese Geschichte wenigstens in Gedanken ein gerechtes Ende nimmt, haben wir uns ausgemalt, wie der Mann auf seinen frisch renovierten Lofts sitzen bleibt. Hinter dem Haus verläuft die Ringbahntrasse. Tagsüber hält sich der Lärm in Grenzen, aber wenn zwischen zwei und vier Uhr morgens die Güterzüge vorbeirattern, wackeln die Wände. Bei offenem Fenster kann da niemand schlafen. Wer ist schon bereit, für eine solche Wohnung eine halbe Million oder mehr auszugeben?

Andererseits: Wer besichtigt eine Wohnung schon zwischen zwei und vier Uhr morgens?

sb, 6. Oktober 2011, 19:42 Uhr

Essen oder Rumschmeissen?

Ein schönes Verhältnis zur Wahrheit hat gerade mein zweijähriger Sohn. Schade, dass es ihm nichts nützt.

SOHN: “Brot haben!”
VATER: “Du hast doch da noch Brot liegen. Willst du das zum Essen oder zum Rumschmeissen?”
SOHN: “Rumschmeissen.”
VATER:  ”Okay. Dann nicht.”

 

sb, 4. September 2011, 11:57 Uhr